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Der Businessplan für Ihre Arztpraxis: Das sollten Sie beachten

Der Businessplan ist die Grundlage für jede Existenzgründung. Dieser Geschäftsplan befasst sich mit den Erfolgsaussichten und der Wirtschaftlichkeit Ihrer Praxisgründung oder -übernahme. Wir beschreiben Ihnen, wie Sie Ihren Businessplan erstellen und worauf Sie dabei achten müssen.

Warum brauche ich einen Businessplan?

Der Businessplan stellt den Fahrplan für Ihr Gründungsvorhaben dar: Einerseits hilft er Ihnen selbst, das Projekt „eigene Praxis“ klarer zu sehen und ein besseres Gespür für die Herausforderungen Ihrer Praxisgründung zu bekommen. Andererseits ist dieser Plan wichtig, wenn Sie zum Beispiel einen Kredit beantragen – er dient als Überzeugungsgrundlage für Ihre Bank, Geschäftspartner oder Investoren.

Businessplan für die Arztpraxis erstellen – das muss rein

Ein professioneller Businessplan umfasst zwischen zwanzig und dreißig Seiten. Er gliedert sich in der Regel in einen Textteil, in dem alle wichtigen Aspekte der Existenzgründung erklärt werden, und in einen Finanzplan, in dem Fragen rund um Kapitalbedarf, Investitionen und Umsatzplanung geklärt werden.

Die Anforderungen an einen Businessplane sind übrigens immer gleich, unabhängig davon, ob ein Startup, ein Frisörsalon oder eine Arztpraxis gegründet werden soll.

Laptop und Schreibblock

Nehmen Sie sich ausreichend Zeit, um Ihren Businessplan zu erstellen.

Der Textteil Ihres Businessplans

Im ersten Teil Ihres Businessplans beschreiben Sie Ihr Gründungsvorhaben.

Executive Summary

Am Anfang Ihres Geschäftsplans gilt es, das Interesse des Lesers (etwa eines Kreditgebers) an Ihrem Gründungsvorhaben zu wecken. Dazu dient das Executive Summary – eine Zusammenfassung Ihrer Gründungsidee, die alle wesentlichen Eckdaten in komprimierter Form darstellt.

Wichtig:

  • Das Executive Summary sollte nicht mehr als eine Seite umfassen
  • Das Executive Summary ist eine Zusammenfassung, keine Einleitung
  • Beschreiben Sie Ihr Vorhaben kurz und prägnant – der Leser soll sich in kurzer Zeit ein genaues Bild davon machen können. Auf die Details gehen Sie später ohnehin ein.
  • Schreiben Sie die Zusammenfassung erst, wenn der Rest Ihres Businessplans steht

Geschäftsidee und Geschäftskonzept

In diesem Teil Ihres Businessplans beschreiben Sie, welche Geschäftsidee hinter Ihrer künftigen Arztpraxis steht. Zum einen geht es hier um den Standort Ihrer Praxis, ihre technische Ausstattung und den Service für die Patienten. Zum anderen gehen Sie auf das Leistungsspektrum Ihrer Arztpraxis ein und welche Besonderheiten Sie Ihren Patienten bieten wollen. Das können zum Beispiel Vorsorgeuntersuchungen oder individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL) sein, die nicht von der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung bezahlt werden.

Ihre persönlichen Voraussetzungen als Gründer

Nun folgt Ihr Gründerprofil: Welche fachlichen und persönlichen Voraussetzungen bringen Sie mit? Für Sie als Arzt ist hier besonders wichtig, auf Ihre Zulassungsvoraussetzungen (abgeschlossene Facharztausbildung) einzugehen. Nennen Sie außerdem relevante berufliche Erfahrungen, die Ihre Managementqualifikationen verdeutlichen.

Wichtig: Im Anhang des Businessplans sollten Sie Ihren Lebenslauf aufnehmen, der Ihren beruflichen Werdegang beschreibt.

Markt und Wettbewerb

Hier geht es um eine Einschätzung des Marktes. Klären Sie, ob es am gewünschten Standort Ihrer Praxis genügend Patienten gibt. Begründen Sie außerdem, weshalb Sie sich für diesen Standort entschieden haben. In einer umfassenden Konkurrenzanalyse stellen Sie die Stärken und Schwächen Ihrer Wettbewerber heraus.

Wichtig: Stellen Sie dar, welche Vorteile Sie gegenüber Ihren Konkurrenten haben, zum Beispiel eine Spezialisierung auf bestimmte Behandlungsmethoden.

Marketing und Vertrieb

In einem weiteren Abschnitt gehen Sie auf Ihr geplantes Vertriebskonzept und das Praxismarketing ein. Dabei ist einerseits relevant, welche Markteintrittsstrategie Sie verfolgen und wie Sie für Ihre Praxis werben werden. Andererseits klären Sie, wie Sie durch gezieltes Praxismarketing die Patientenzufriedenheit hochhalten und damit den langfristigen Erfolg Ihrer Praxis sichern wollen.

Wichtig: Gehen Sie dabei auch auf die zu erwartenden Kosten ein.

Geschäftsmodell

Ein weiterer wichtiger Aspekt Ihres Businessplans ist das Geschäftsmodell Ihrer Arztpraxis: Wie planen Sie, Ihre Praxis zu strukturieren und organisieren, um am Markt Erfolg zu haben? Welche Rechtsform wird Ihre Praxis haben – Einzelpraxis oder Gemeinschaftspraxis (BGB-Gesellschaft)? Beschreiben Sie auch Ihre Unternehmensziele für die nächsten drei bis fünf Jahre sowie geplante Kooperationen mit Geschäftspartnern, Lieferanten und mehr.

Chancen und Risiken Ihrer Praxisgründung

In Ihrem Geschäftsplan sollten Sie auch die Stärken und Schwächen Ihres künftigen Unternehmens genau beleuchten. Beschreiben Sie, wie die Entwicklung Ihrer Praxis im günstigsten sowie im ungünstigsten Fall verlaufen könnte. Gehen Sie darauf ein, wo Sie mit Ihrer Arztpraxis in einem, drei oder fünf Jahren stehen. Dabei sollten Sie zum Beispiel berücksichtigen, wie sich Gesetzesänderungen oder konkurrierende Arztpraxen auf Ihre Unternehmenssituation auswirken können.

Wichtig:

  • Richten Sie den Fokus auf die Chancen, die sich Ihnen und Ihrem Vorhaben bieten, ohne mögliche Gefahren auszublenden.
  • Eine sogenannte SWOT-Analyse hilft Ihnen, die Stärken und Schwächen Ihrer Arztpraxis sowie alle von außen herantretenden Chancen und Risiken zu erkennen.
Stethoskop und Finanzplanung

Die Ausführungen im Textteil Ihres Geschäftsplans werden anschließend mit Zahlen untermauert.

Der Finanzteil Ihres Businessplans

Im zweiten Teil des Geschäftsplans geht es darum, Ihre Gründungsidee mit den relevanten Zahlen in Verbindung zu setzen und aufzuzeigen, dass sich Ihr Vorhaben auch lohnt. Diese Finanzplanung ist der wichtigste Teil Ihres Businessplans, denn nur eine ausreichende Finanz- und Liquiditätsplanung garantieren Ihren Erfolg als selbstständiger Arzt.

Klären Sie,

  • welche Investitionen notwendig sind.
  • wie hoch Ihr Kapitalbedarf (Eigen- und Fremdkapital) ist.
  • ab wann Gewinne erzielt werden.
  • wie es um die Liquidität bestellt ist.
  • ob Ihr Vorhaben rentabel ist.

Gliedern Sie den Finanzteil Ihres Businessplans am besten in vier Teile: einen Kapitalbedarfs- und Investitionsplan, einen Finanzierungsplan, einen Rentabilitätsplan (Erfolgsrechnung) und einen Liquiditätsplan.

Wichtig: Der Finanzteil wird Ihre potentiellen Geldgeber besonders interessieren. Verwenden Sie darauf also besondere Sorgfalt.

Hilfe bei der Erstellung Ihres Businessplans

Einen Businessplan zu erstellen ist zwar keine ganz leichte Aufgabe, aber durchaus machbar. Hilfreich ist es in jedem Fall, sich Unterstützung von Profis zu holen, beispielsweise von Ihrem Steuerberater oder einem Gründungsberater.

Im Internet finden Sie zahlreiche Businessplan-Vorlagen. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie stellt den BMWi-Businessplan als kostenlose App oder Desktop-Anwendung zur Verfügung. Anhand von Beispielen und Vorlagen können Sie damit Schritt für Schritt den Businessplan für Ihre Arztpraxis erstellen.

Bilder: Titelbild: © iStock/ YurolaitsAlbert; Bild 1: © iStock/ filistimlyanin; Bild2: © iStock/ cnythzl

By | 2018-04-11T13:30:21+00:00 Dezember 11th, 2017|Categories: Finanzierung & Versicherung|Kommentare deaktiviert für Der Businessplan für Ihre Arztpraxis: Das sollten Sie beachten