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Praxiswertermittlung: Wichtige Grundlage für Ihren Praxisverkauf

Grundlage für den Verkaufspreis, den Sie für Ihre Praxis erzielen werden, ist der Praxiswert. Die gängigen Methoden für die Praxiswertermittlung sind die Ärztekammer-Methode und die modifizierte Ertragswert-Methode. Wir stellen Ihnen beide vor!

Praxiswertermittlung: Ein Überblick

Im Rahmen Ihrer Praxisabgabe müssen Sie eine Praxisbewertung vornehmen, um einen angemessen Verkaufspreis zu ermitteln. Dazu analysieren Sie die Faktoren, die Rückschlüsse auf die aktuelle Situation Ihrer Praxis zulassen, zum Beispiel Umsatz, Gewinn, Rentabilität oder auch der Zulassungsstatus. Auf dieser Grundlage können Sie die Kaufpreisgestaltung vornehmen.
Der Kaufpreis einer Arztpraxis setzt sich aus materiellen und immateriellen Praxiswerten zusammen.

  • Materielle Werte umfassen zum Beispiel die Praxiseinrichtung (Möbel, EDV, Telefon usw.), medizinisch-technische Geräte, Verbrauchsmaterialien oder auch bauliche Veränderungen durch den Praxisverkäufer.
  • Immaterielle Praxiswerte (auch „ideeller Praxiswert“ oder „Goodwill“ genannt) werden aus betriebswirtschaftlichen Kennzahlen der Praxis berechnet.

Für die Praxiswertermittlung gibt es keine rechtlich verbindliche Methode. Laut einem Urteil des Bundesgerichtshofes ist dasjenige Verfahren anzuwenden, das für die Wertermittlung geeignet scheint. Wir stellen Ihnen zwei Methoden vor, die üblicherweise angewandt werden, und erklären, wie sie den Praxiswert berechnen.

Immaterieller Praxiswert – die Ermittlungsmethoden

Ärztekammer-Methode

Die Bundesärztekammer veröffentlichte 1987 die sogenannte „Richtlinie zur Bewertung von Arztpraxen“, meist Ärztekammer-Methode genannt. Allerdings ist diese Methode nie verbindlich in Kraft gesetzt worden.

Praxiswertermittlung durch die Ärztekammer-Methode

Um den Gesamtwert einer Arzt- oder Zahnarztpraxis zu ermitteln, berücksichtigt die Ärztekammer-Methode sowohl den materiellen Praxiswert (den Substanzwert) als auch den immateriellen Praxiswert.
Bei der Berechnung des immateriellen Praxiswerts konzentriert sich die Ärztekammer-Methode auf das Umsatzpotential der Praxis: Grundlage ist der durchschnittliche Jahresumsatz in den drei Jahren vor der Praxisübergabe.

Kritik an der Ärztekammer-Methode

Genau dies kritisieren Sachverständige aber an der Ärztekammer-Methode: Indem sie sich auf den Praxisumsatz, also die Einnahmen, konzentriert, ignoriert sie den tatsächlichen Ertrag einer Praxis. Um diesen zu ermitteln, müssten auch die Ausgaben ermittelt werden.
Außerdem berücksichtigt die Ärztekammer-Methode lediglich die Umsätze der vergangenen Jahre. Welche künftigen Erträge der Praxisnachfolger erwarten kann, wird somit ignoriert.

Modifizierte Ertragswert-Methode

Wegen der Defizite der Ärztekammer-Methode raten Experten dazu, den Praxiswert durch die modifizierte Ertragswert-Methode zu bestimmen. Diese berücksichtigt den tatsächlichen Ertrag einer Arztpraxis, indem sie neben den Einnahmen auch die Ausgaben einbezieht.

Betriebswirtschaftliche Grundsätze der Ertragswert-Methode

Die modifizierte Ertragswert-Methode geht nach betriebswirtschaftlichen Grundsätzen vor. Dazu analysiert sie vorrangig die Ertragszahlen der vergangenen drei Jahre und berücksichtigt dabei einen Risikoabschlag. Für die künftig zu erwartenden Erträge steht dem Verkäufer eine abgezinste Abstandssumme zu, die als Kaufpreis festgelegt wird.
Bei einer Praxisbewertung durch das Ertragswertverfahren werden zunächst die bisherigen Praxiseinnahmen und -ausgaben bereinigt (Eliminierung einmaliger oder nicht repräsentativer Umsätze und Kosten) und der zukünftige Praxisgewinn wird prognostiziert. Davon ausgehend wird analysiert, wie lange der Käufer vom Goodwill profitiert, da er ja eine bestehende Praxis übernimmt und nicht erst aufbauen muss.
Der ideelle Wert (Goodwill) ergibt schließlich zusammen mit dem Substanzwert den Gesamtwert der Praxis.

Belastbare Praxiswertermittlung

Durch die betriebswirtschaftliche Herangehensweise ist mit der modifizierten Ertragswert-Methode eine fundierte und belastbare Berechnung des Goodwills und damit des Praxiswertes möglich. In Praxis-Gutachten wird daher das modifizierte Ertragswert-Methode besonders häufig angewandt. Auch das Bundessozialgericht (BSG) hat in einem Urteil vom 14.12.2011, Az.: B 6 KA 39/10 die modifizierte Ertragswertmethode für die Praxiswertermittlung als geeignet anerkannt.

Infografik: So funktioniert die Praxiswertermittlung

Damit Sie sich den Prozess der Praxiswertermittlung besser vorstellen können, haben wir eine Infografik erstellt. Darin erklären wir die Ermittlung des Praxisgesamtwerts Schritt für Schritt.

Grafik zur Berechnung des Wertes einer Arztpraxis

Unterstützung bei der Praxiswertermittlung

Um den Wert Ihrer Praxis zu ermitteln, sollten Sie sich professionelle Unterstützung holen, etwa von spezialisierten Niederlassungsberatern oder Steuerberatern.
Wenn Sie den möglichen Abgabepreis für Ihre Arzt- oder Zahnarztpraxis zunächst schätzen möchten, empfehlen wir Ihnen unsere kostenlose Praxisschätzung.

Zur konkreten Praxiswertermittlung können Sie ein Gutachten bei einem Sachverständigen erstellen lassen. Ihr Vorteil: In unserer Praxisbörse erhält Ihre Anzeige das Medestim Gutachten Siegel, das bei Kaufinteressenten für zusätzliche Vertrauen sorgt. Denn unser Gütesiegel bestätigt, dass Ihr Gutachten auf gängigen Berechnungsmethoden basiert.
Kontaktieren Sie uns – wir helfen Ihnen gerne weiter.

Bilder: Bild1: © iStock / turk_stock_photographer; Bild 2: © iStock / cyano66

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By | 2018-04-11T13:30:21+00:00 Oktober 12th, 2017|Categories: Praxisabgabe|Kommentare deaktiviert für Praxiswertermittlung: Wichtige Grundlage für Ihren Praxisverkauf